Wie seid ihr auf das Thema “Money & Celebrity” gekommen?
Das war hauptsächlich wie ich das Album geschrieben hab, was das ganze letzte Jahr war, wie ich die Texte geschrieben hab, hab ich sehr viel ferngesehen, also auch sehr viel Nachrichten. Daher war ziemlich viel über die Wirtschaftskrise, außerdem haben viele meiner Freunde ihre Arbeit verloren, niemand hatte Geld, also wie wir weggegangen sind ein paar Bier trinken ist uns das Geld ausgegangen und ein Freund hat sich zu mir umgedreht und “We don’t need money to have a good time”. Da hab ich mir gedacht “Wow, das ist ein Song!”, also bin ich nach Hause gegangen und hab diesen Song geschrieben. Bei Celebrity ist der Grund glaube ich einfach dass ich richtig fasziniert von dem Konzept bin, den ganzen Fernsehsendungen wie X-Factor und Big Brother und dass es so seltsam ist, dass Leute dadurch so schnell berühmt werden können.
In England ist es unglaublich, du konntest nirgendwo hingehen ohne von Big Brother zu hören! Ich finde es so seltsam, dass es Leute gibt die berühmt sind einfach weil sie berühmt sind und nicht weil sie Musiker oder Schauspieler oder Politiker oder Moderatoren im Fernsehen oder im Radio sind, sie sind einfach berühmt weil sie bei so einer Fernsehsendung waren und ich hatte das Gefühl dass ich darüber schreiben muss. Meine Frau und ich waren einmal im Supermarkt und auf den ganzen Zeitschriften war diese eine Person und ich hatte keine Ahnung wer das war, also hab ich meine Frau gefragt und sie hat gemeint „Oh, das ist so-und-so!“, ich weiß jetzt gar nicht mehr wer es war, und ich hab meine Frau dann eben gefragt was diese Person tut, und sie konnte es mir nicht sagen, also hab ich den Song „Celebrity“ geschrieben. Das waren die zwei Hauptthemen die mich zu der Zeit beschäftigt haben, meine Freunde und Familie die ihre Jobs verlieren und wie die Finanzkrise alle betrifft und diese ganze „Celebrity Culture“, die zumindest in England überall vorhanden ist. (Billy)

Ihr habt mit dem Produzenten Stephen Street aufgenommen der schon mit Legenden wie The Smiths und Blur im Studio war, wie war das für euch?
Es war großartig! Er war total perfekt für dieses Album. Wie wir Demos aufgenommen haben war das in einem relative kleinem Raum, sehr Low Budget, DIY-mäßig und mittendrin habe ich gemeint Stephen Street ware perfekt für diese Songs, wegen der Themen über die wir geschrieben haben und dem Sound den wir erreichen wollten, also hab ich unserem Manager gesagt wie ich ihm die Demo CD gegeben habe, dass der erste Mensch, dem er diese CD gibt, Stephen Street sein soll, weil wenn wir ihn kriegen wird dieses Album perfekt. Und er hat ja gesagt und es war einfach unglaublich mit ihm im Studio, er ist ein wirklich netter Kerl mit tollem Humor und steht total auf Fußball! (Billy)
Was sind die größten Unterschiede zwischen diesem Album und den letzten beiden?
Der Hauptunterschied sind denke ich die Texte, da ich dieses Mal zuerst die Texte und dann die Musik geschrieben hat und das sich glaube ich stark auf das Album ausgewirkt. (Billy)
Schreibst du alle Songs?
Ja, also ich schreibe und structure die Lieder und schreibe die Melodie und den Text und bringe sie dann zu den anderen und wir arbeiten daran. Josh ist etwa wirklich gut wenn es um Struktur geht und macht da Vorschläge und Charlotte ist bei Harmonien sehr gut und ihre Bass Melodien sind genial. Es ist also immer eine Team Leistung, aber ich bringe die Songs ins Studio. (Billy)
Wenn ihr auf eure ersten beiden Alben zurückblickt, würdet ihr irgendetwas ändern?
Sie sind bei weitem nicht perfekt, aber Young For Eternity ist das beste Album das wir mit 18 hätten machen können, All Or Nothing ist das beste Album das wir Anfang 20 hätten machen können und Money & Celebrity ist das beste Album das wir jetzt in unseren späten Zwanzigern hätten machen können. Wenn ich auf Young For Eternity zurückblicke klingen wir schon sehr sehr jung und wir haben uns alle als Songwriter und Musiker weiterentwickelt aber wir waren 18 und das Album dokumentiert eine Art von jugendlicher Ausgelassenheit. (Charlotte)
Wenn wir nachträglich etwas ändern würden ware das so als würde man einen Tagebucheintrag ändern, als würde man schummeln und sagen “Was? Das hab ich nie gedacht!“, also akzeptieren wir die Alben, mit allen Fehlern. (Billy)
Hat sich das Songwriting bis auf die Texte verändert?
Ein bisschen denke ich schon. Dieses Mal war es sehr strukturiert, Billy hat übers Wochenende an Material gearbeitet und hat dann Songs in den Proberaum gebracht wo wir daran gearbeitet haben und wie wir mit dem Song zufrieden waren haben wir ihn aufgenommen und an Leute weitergegeben denen wir vertrauen, wie unserem Manager. Das war eine Art Routine für uns das letzte Jahr lang. (Charlotte)
Wenn ihr Lieder schreibt und aufnehmt denkt ihr dabei daran wie sie live klingen werden?
Ständig! Das ist es, was wir lieben, touren und auf der Bühne stehen. Ich glaube das geht unterbewusst in mir vor wenn wir an Songs arbeiten. „Das wird toll live! Hier können wir allezum springen bringen! Hier können alle mitklatschen!” (Charlotte)
Daran habt ihr mich auch immer erinnert wenn ich Songs in den Proberaum gebracht habe. Ich denke das ist auch der Grund warum Money & Celebrity sich wie ein Live Album anfühlt. (Billy)
Ihr singt manchmal auf Deutsch, wie kamt ihr auf die Idee?
Charlotte spricht ziemlich gut Deutsch. Jedes Mal wenn wir auf einem deutschen Festival gespielt haben hab ich sie gefragt ob sie mir nicht ein bisschen Deutsch beibringen kann damit ich mit dem Publikum reden kann und einmal hat sie als Scherz Rock’n‘Roll Queen übersetzt und ich hab es gesungen und es haben alle positiv darauf reagiert also haben wir das den Rest des Festival-Sommers so gemacht und den Sommer darauf auch, nur haben dann die Leute mitgesungen, es war unglaublich! Darum hab ich mir gedacht wie wir dieses Album geschrieben haben dass es eine gute Idee wäre bei einem Lied den Refrain auf Deutsch aufzunehmen. (Billy)
Habt ihr versucht Lieder in andere Sprachen zu übersetzen?
Rock’n’Roll Queen, ja. Ich kann es auf Japanisch, Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Französisch, Flämisch und Dänisch, aber nicht alle auswendig. Tschechisch ist am schwierigsten! Das kann ich überhaupt nicht, auch wenn ich es den ganzen Tag übe, einfach weil es so schwer ist auszusprechen. Ich kann es außerdem auf Griechisch, Norwegisch, Schwedisch und Dänisch singen. Deutsch ist aber meine Lieblingsversion, einfach weil es am besten passt und jeder es kennt. Ich finde Deutsch klingt richtig süß. (Billy)
Kathrin, 18